Tiefenentspannt beim Tangotanzen

 

Als wir 1998 nach Umbrien kamen, war - zu unserer großen Überraschung und Enttäuschung - Tango Argentino noch weitgehend unbekannt und es gab außerhalb von La Rogaia keinerlei Möglichkeit, unserer Tango-Leidenschaft zu frönen.

Deshalb beschlossen wir, selbst zu unterrichten und Kurse zu veranstalten, zu denen wir Freunde, Nachbarn und einige Neugierige aus der Umgebung einluden. Immerhin ist Tango tanzen in netter Gesellschaft ja viel schöner.

Da wir damals die Einzigen waren, wurde La Rogaia rasch der Geheimtipp für Tango Argentino in Umbrien. Erstaunlicherweise sprach sich das sogar bis Rom und Mailand herum, so dass auch von dort angehende Tangotänzer kamen.

Einer unserer Kursteilnehmer war ein junger, gut aussehender kanadischer Chiropraktiker, der in Perugia arbeitete. Er war nicht sehr groß, hatte aber eine athletische Statur - ein Mann zum Anlehnen.

An einem schönen Frühsommernachmittag, unser Kurs hatte gerade begonnen, standen plötzlich zwei junge Frauen, die wir noch nicht kannten, vor der Tür.
Sie kamen aus Mailand und waren durch Mundpropaganda auf La Rogaia aufmerksam geworden.

Natürlich gab es als Erstes ein Glas kühlen Weißwein zur Begrüßung und dann luden wir sie ein, beim Kurs mitzumachen.

Nach einer kurzen Einführung über argentinischen Tango im Allgemeinen und über unser Konzept vom entspannten Tango tanzen im Besonderen, fingen wir an, wie üblich ganz einfach mit Gehen in der Umarmung.

Alle Paare stellten sich rund um die Tanzfläche auf.

Eine der Mailänderinnen entschloss sich, erst mal zuzuschauen und ihre Freundin vorzuschicken.

Diese machte es sich in der Umarmung unseres Kanadiers bequem, entspannt, mit geschlossenen Augen, so wie wir es erklärt hatten.

Dann ging´s los, mit Di Sarli, unserem bevorzugten Orchester, wenn es um schön entspanntes Tanzen für Anfänger geht.

Annette klatschte anfangs den Rhythmus mit, bis alle diesen aufgenommen hatten und passend zur Musik die Tanzfläche umkreisten.

Jetzt hörte man außer der Musik nur mehr die sanften Schritte der Tänzer, bis plötzlich ein leises Geräusch zu vernehmen war, das ich mir zunächst nicht erklären konnte.

Es dauerte eine ganze Weile bis ich verstand, woher dieses Geräusch kam.

Als unser kanadischer Freund mit seiner Tänzerin wieder einmal an mir vorüber tanzte, hörte ich ( ich traute meinen Ohren kaum), wie diese ganz zart schnarchte.

Offensichtlich fühlte sie sich so wohl und sicher in der Umarmung, dass sie sich wirklich vollkommen entspannt hatte.

Wie sie es geschafft hat, sich schlafend auf den Beinen zu halten und sogar weiter zu gehen, war allen Beteiligten ein Rätsel, einschließlich unserer Tänzerin selbst, nachdem sie am Ende des Liedes aufgewacht war und sich zur Erheiterung der anderen, mit erstaunt blinzelnden Augen erst einmal orientieren musste.

Offensichtlich ist aber, dass uns der Tango immer wieder aufs Neue Rätsel aufgibt und wunderbare Geschichten schenkt.

Habt auch Ihr schöne Erinnerungen an einen Tango-Urlaub in La Rogaia?

Dann erzählt uns und anderen von Euren schönsten Tangomomenten.

Dazu könnt Ihr uns ein E-Mail schicken oder gerne auch einen Kommentar in unserem Blog schreiben.

Wir sind schon sehr darauf gespannt!

Tangokurse in La Rogaia wieder ab Mai 2021!

Wer schon an an den Urlaub 2021 denken mag und kann, der findet vielleicht in unserem Tango-Kursprogramm einen passenden Termin.

HIER findet Ihr unser komplettes Programm 2021: www.tango-urlaub.de

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben