Rezepte aus dem "Decameron": "Stuck in paradise" und ein Orangen-Fenchel-Carpaccio

Im Paradiesgarten des "Decameron"

 

„Schon begann Aurora beim Nahen der Sonne ihre Röte mit glühendem Golde zu tauschen, als am Sonntag die Königin aufstand und ihre ganze Gesellschaft wecken ließ.

Vom Gesang von vielleicht zwanzig Nachtigallen und anderen Vögeln geleitet, wanderte die Königin langsamen Schrittes mit ihren Gefährtinnen und den drei Jünglingen einen wenig begangenen Fußsteig entlang.

In der Mitte des Gartens befand sich eine Wiese von ganz kurzem und so dunkelgrünem Grase, dass es beinahe schwarz zu sein schien. Tausenderlei bunte Blumen sprossen aus ihm hervor, und ringsumher standen grünende kräftige Orangen- und Zitronenbäume, die mit ihren reifen und grünen Früchten und mit ihren Blüten nicht nur dem Auge wohltätigen Schatten boten, sondern auch durch ihren würzigen Duft den Geruchssinn erfreuten.“

Mit diesen Sätzen leitet Boccaccio die Erzählungen zum dritten Tag des „Decameron“ ein,
„an welchem von denen gesprochen wird, die durch Scharfsinn etwas heiß Ersehntes erlangten oder Verlorenes wiedergewannen“ 

Hier findet Ihr den ganzen TEXT

 

Orangenbäume haben wir zwar nicht in unserem Garten, aber dafür Fenchel.

Und den hat Amira im Garten selber gezogen und vor ein paar Tagen geerntet.

Daraus hat sie uns zusammen mit Orangen und Oliven ein leckeres Carpaccio gemacht.

Hier ist ihr Rezept:

 

Orangen-Fenchel-Carpaccio

Zutaten für 4 Personen:

2 Fenchelknollen, 2 Orangen, eine Handvoll schwarze Oliven ohne Stein, frischer Rosmarin, Salz, Pfeffer, Olivenöl

  • Den Fenchel in sehr feine Scheiben schneiden, das Fenchelkraut beiseite legen.

  • Die Orangen schälen und ebenfalls in sehr dünne Scheiben schneiden.

  • Die Oliven in Ringe schneiden.

  • Den Fenchel und die Orangen auf Tellern anrichten, die Oliven hinzufügen.

  • Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer bestreuen und mit frischem Rosmarin und dem Fenchelkraut dekorieren.

Buon Appetito!

wünscht Euch Eure Amira

Carpaccio mit Orangen und Fenchel

"Stuck in Paradise"

Wir leben ja in La Rogaia in einem kleinen Paradies, gerade jetzt im Mai, wo alles grünt und blüht.
Fast so schön wie der Garten, der von Boccaccio im „Decameron“ beschreiben wird.

Meine Schwester und ich genießen den Garten, aber jetzt sind wir schon seit zwei Monaten "stuck in paradise".
Seit 8. März war ich nicht mehr irgendwo anders als in La Rogaia.

Was mir am meisten fehlt?
Meine Freunde!

Was ich mir am meisten wünsche?
Mich mit meinen Freunden treffen und in unserer Lieblingsbar in Perugia Bubble-Tea trinken.

Zumindest in den nächsten Wochen ist das noch nicht erlaubt. Aber vielleicht fällt meiner Mama und meinem Papa ja wenigstens zu meinem 19. Geburtstag am 13. Mai etwas ein …

Schließlich können die in den Geschichten von Boccaccio auch

"durch Scharfsinn etwas heiß Ersehntes erlangen oder Verlorenes wiedergewinnen“!

Bis dahin, mein musikalischer Tipp für heute:

„Stuck in paradise“ von Mark Gable und Melinda Schneider

Eure Aurora

Orangenblüten

PS: Und natürlich muss Papa noch 'nen Tango beisteuern, der ihm beim Essen des Orangen-Carpaccios einfiel:

Naranja en flor, gesungen vom berühmten argentinischen Sänger Roberto Goyeneche

Ein Tango zum Träumen beim Duft von Orangenblüten ...

Zurück

Einen Kommentar schreiben