Die italienische Küche, was macht eigentlich den Unterschied?

Einfache Rezepte

Bruschette al Patè, reife, saftige Pachino Tomaten, Salat mit Extra Vergine Olivenöl und einem Spritzer Balsamico, ein einfaches aber super leckeres Rezept
Bruschette al Patè, reife, saftige Pachino Tomaten, Salat mit Extra Vergine Olivenöl und einem Spritzer Balsamico, - ein einfaches aber superleckeres Rezept

 

Vielleicht kommen wir dem Geheimnis auf die Spur, indem wir einen genaueren Blick auf die Rezepte werfen:

Wenn wir uns amerikanische oder englische Kochbücher ansehen, fällt uns sofort die lange Zutatenliste auf. Das können dann schon mal zwanzig verschiednene Ingredienzen sein ...

Beim Nachkochen stellen wir oft fest, dass trotz des enormen "Materialaufwands" das Resultat geschmacklich doch eher enttäuschend ist. Vor allem ist manchmal kaum auszumachen, nach was es eigentlich schmeckt (natürlich gibt auch es Ausnahmen: -).

Im Gegensatz dazu basieren die meisten italienischen Rezepten auf sehr wenigen Zutaten, diese aber müssen von hoher Qualität sein.

 

Gesunde Zutaten

Viel frisches Gemüse
Viel frisches Gemüse

Italiener sind bekanntermaßen wählerisch, wenn es ums Essen und Kochen geht.

In unserem Dorf in der italienischen Provinz kann man ältere Damen beim Einkaufen im Lebensmittelladen beobachten. Auch wenn sie von Ihrer spärlichen Rente nur wenig Geld zur Verfügung haben, würden sie niemals irgendeine billige Salami oder Schinken von durchschnittlicher Qualität kaufen. Stattdessen nehmen sie ein paar wenige Scheiben wirklich qualitativ hochwertiger Salami oder den berühmten Schinken aus Norcia. Für sie ist hervorragende Qualität viel wichtiger als Quantität. (Übrigens würden sie niemals Abgepacktes oder Vorgekochtes kaufen...). Bis vor kurzem konnte man auch keine Baby-Fertignahrung kaufen - selbst für Säuglinge wird in der Regel frisch gekocht!

Es ist ganz offensichtlich, dass die Italiener den ursprünglichen Geschmack von hochwertigen Waren bevorzugen, nicht eine beliebige Vermischung von vielen verschiedenen Geschmäckern, und schon gar nicht Fertiggerichte.

Weil sie wissen, dass man mit wenig Aufwand ein köstliches Mahl frisch kochen kann.

Nehmen wir ein ganz einfaches Rezept:

Pasta mit Tomatensauce

Die Pasta, wenn möglich frisch oder sonst abgepackt von einer guten Marke, wird "al dente", also bissfest, gekocht.

Der "Sugo", die Tomatensauce, wird mit reifen Kirschtomaten gemacht, die zum richtigen Zeitpunkt geerntet wurden.

Im Sommer kann man natürlich frische Tomaten verwenden, im Winter nimmt man eingekochte Tomaten, entweder selbst eingemacht oder aus der Dose von einer guten Marke.

Übrigens: Es ist ganz einfach, im Sommer Kirschtomaten einzumachen.

Befüllen Sie einfach ein Einmachglas bis zum Rand mit den gewaschenen Kirschtomaten, geben etwas Zucker dazu, aber kein Wasser. Verschließen Sie das Einmachglas und kochen es ca. 1 Stunde lang in einem mit Wasser gefülltenTopf (auf den Topfboden ein Geschirrtuch legen, damit es nicht so klappert).

So haben Sie auch im Winter Tomaten, die noch nach Tomaten schmecken, mit vollem Aroma und ein bisschen Süße.

Dünsten Sie etwas Knoblauch in gutem Olivenöl ganz leicht an, geben die Tomaten zu.

Das Aroma geben frische Basilikumblätter aus dem Garten, von der Fensterbank oder vom Markt.

Benutzen Sie nicht die traurigen Krümel getrockneten Basilikums, die in Plastiktüten oder -dosen längst ihren Geschmack verloren haben.  Salzen und pfeffern und ungefähr 10 Minuten köcheln lassen.

Servieren Sie die Pasta mit frisch geriebenem Parmesan oder Pecorino (am besten nicht aus der Tüte und schon garnicht irgendein "Formkäse") und ein paar Blättchen frischen Basilikum.

Ein perfektes Essen!

Jede einzelne der wenigen Zutaten kann man noch herausschmecken und hat ihre eigene Wertigkeit. Das ist alles was für ein gutes Essen "alla Italiana" nötig ist.

Die Grundidee und wahrscheinlich auch das "Geheimnis" der italienischen Küche ist:
Einfache Rezepte, die den individuellen Geschmack der einzelnen Zutaten nicht durch Zufügen zu vieler Zutaten zerstören.

Kurz kochen, lang essen!

Sie brauchen nicht viel Zeit, um ein wirklich leckeres Menü für sich, Ihre Familie und Ihre Freunde zu kochen.

Machen Sie es sich einfach und gewinnen Sie Zeit!

Um den Geschmack und die gesundheitsördernden Inhaltsstoffe der Lebensmittel zu erhalten, sollten Sie sie nicht zu lange kochen oder braten. Das bedeutet auch, weniger Zeit in der Küche und dafür mehr Zeit, sich beim Essen mit Familie und Freunden in aller Ruhe zu entspannen.  

Genießen Sie den "momento conviviale", den gemeinsam gelebten Moment!

Sie (und Ihre Kinder) werden sich an den Geschmack von frischen und qualitätsvollen Zutaten bald gewöhnen und sicher weniger zu ungesundem "Junkfood" greifen.

Die frische mediterrane Küche ist allemal die gesündere Alternative zu Fastfood.

Also, worauf warten Sie noch? Probieren Sie´s einfach aus!

Il momento conviviale
Il momento conviviale

Möchten Sie von "Ornella, regina della cucina" mehr über die "Geheimnisse" der italienischen Küche erfahren?

Kommen Sie zu einem unserer Kochkurse oder zu einer Kulinarischen Woche!

In den noch verbleibenden Kursen 2016 sind nur noch wenige Plätze frei:

Kulinarische Wochen 2017: 1. - 8.4.2017 und 4. - 11.11.2017

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Kochkurs "La Vera Cucina Umbra" 2017: 16. - 23.9.2017

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HIER finden Sie einige Rezepte der umbrischen Herbstküche

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Kommentar von Lupo |

Den obigen Beitrag kann ich nur voll und ganz bestätigen. 4 Wochen nach dem Kochkurs bei Ornella und Annette und mit der nötigen Distanz möchte ich Folgendes ergänzen.

Der Kochkurs unterscheidet sich gravierend von anderen, da die Zutaten ohne Probleme in jedem deutschen Lebensmittelgeschäft oder auf dem Wochenmarkt gekauft werden können. Exotische Gewürze, die man nur für dieses oder jenes Gericht benötigt, entfallen.

Der mh......-Effekt wird dadurch erreicht, dass Freunde und Gäste von den umbrischen Gerichten überwältigt sind.

Vom Italiener kennt man gegrilltes Gemüse, Carpaccio oder Mozzarella mit Tomaten. Wer kennt aber Radiccio mit Scamorza und Speck auf Blätterteig oder Apfel mit Gorgonzola Dolce und Nüssen auf Blätterteig, oder gefülltes Kaninchen und, und, und...

Ein weiterer wesenlicher Effekt der einfachen Rezepte: man kann sie auch zu Hause selbst leicht nachkochen.

Und schließlich ganz wichtig, beim Kochkurs arbeitet man wirklich mit. Man steht nicht nur mit den Armen verschränkt herum und sieht dabei zu, was der Meister gerade macht. Da lernt man was und es macht auch noch Spass mit den anderen Kochschülern Erkenntnisse auszutauschen.

Beim Nachlesen meiner obigen Zeilen habe ich selbst den Eindruck, als wäre der Kommentar gefaked oder eine Gefälligkeit. Vielleicht haben andere Teilnehmer auch eine andere Vorstellung von einem Kochkurs.

Mich hat der Kochkurs zu einem halben Italiener gemacht!

Antwort von Annette Greifenhagen

Lieber Lupo,

Ornella und ich freuen uns sehr, dass Du so viele Anregungen aus unserem Kochkurs mitgenommen hast, und wünschen weiterhin viel Spaß beim Bekochen von Familie und Freunden!

Herzliche Grüße

Kommentar von Tobias Müller |

Danke für den Beitrag und die nützlichen Tipps. Mein Bruder arbeitet in einem italienischen Restaurant und kennt auch so einige Tricks. Wir fahren im Frühling nach Italien und freuen uns schon sehr auf das Essen!
LG

Antwort von Annette Greifenhagen

Lieber Tobias,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

Kommentar von Ulrike |

Ich denke auch, dass die Italiener da Recht haben! Statt von jedem Gewürz einen Fingerbreit zum Essen hinzuzufügen, sollte man hochwertige Gewürze und Produkte zum kochen verwenden. Diese machen den Geschmack! Ich kaufe inzwischen viel italienische Spezialitäten bei einem Fachhandel für Feinkost ein. Olivenöl ist zum Beispiel ein Produkt, das man lieber teuer kaufen sollte, wenn man lecker essen will.

Antwort von Annette Greifenhagen

Liebe Ulrike,

wir freuen uns, dass unser Beitrag Ihre Zustimmung findet - gute Zutaten sind enorm wichtig, und natürlich Liebe zum Kochen und Essen!